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Prof. Dr. Bernhard Zimolong (em.)
Das Konzept der Sicherheitskultur (SK) wird kontrovers diskutiert. In der Wissenschaft geht es vor allem darum, welche klassischen Handlungsfelder und deren Gewichtung die SK beeinflussen. Einigkeit besteht darin, dass SK ein soziales Phänomen ist, das durch Gruppenwahrnehmungen erzeugt wird. Praktiker bezweifeln den Nutzen, da Veränderungen nur indirekt über Gestaltungsfelder wie Führung, Organisation, Qualifizierung oder Kommunikation erfolgen kann. Es ist fraglich, ob die Zusammenführung bekannter Handlungsfelder unter dem Dachbegriff „Sicherheitskultur“ einen Mehrwert an Handlungswissen bringt.
Zur Verteidigung des Konzepts Sicherheitskultur wird angeführt, dass es mehr als die Summe einzelner Managementfelder beschreibt, sondern die Interaktion von Strukturen, Führung, Kommunikation und Beteiligung zu einem Gesamtsystem vereint. Als kultureller Faktor beeinflusst sie langfristig Stabilität und Widerstandsfähigkeit – weit über formale Systeme hinaus.
In der Präsentation behandle ich die Rolle des Kulturbegriffs im Arbeits- und Gesundheitsschutz, stelle gesicherte Beiträge zur Entwicklung von Sicherheit und Gesundheit vor, identifiziere Lücken in der Evidenz und ziehe ein Fazit zur Funktion der Präventionskultur.

